Die Chroniken des Leukbachs – Folge 1: Das Zeichen im Wasser
Romanserie · Folge 1 · 13. September 2026
Meta-Beschreibung: Roman findet am Leukbach bei Oberleuken eine rätselhafte Metallscheibe. Ihre drei Linien weisen nach Borg, Saarburg und unter das Wasser.
Hinweis: Die folgende Handlung ist frei erfunden. Reale Orte und sachliche Hintergründe werden am Ende getrennt erläutert.
Kurzer Rückblick
Im Prolog fand Roman am Ufer des Leukbachs eine kleine Metallscheibe. Drei eingeritzte Linien zeigten nach Borg, nach Saarburg und scheinbar unter das Wasser. Im selben Augenblick schlug weiter unten etwas gegen Holz.
Das Zeichen im Wasser
Roman ging nicht sofort ins Dorf zurück. Er blieb auf dem schmalen Weg stehen, der am Bach entlangführte, und lauschte. Das Geräusch kam ein drittes Mal: ein dumpfer Schlag, danach ein kurzes Schaben. Kein Ast, dachte er. Ein Ast hätte sich mit der Strömung bewegt und wäre weitergetrieben. Dieses Geräusch blieb an derselben Stelle.
Er steckte die Scheibe in die Jackentasche und folgte dem Bach. Der Morgennebel hing noch tief über den Wiesen. Von Oberleuken waren nur einzelne Dächer zu erkennen. Das Wasser der Leuk lief ruhig zwischen Gras, Steinen und niedrigen Ufern hindurch, als hätte es mit dem Geräusch nichts zu tun.
Nach einigen Minuten entdeckte Roman ein altes Brett, das sich unter einer Wurzel verkeilt hatte. Dagegen schlug ein länglicher Holzkasten. Er kniete sich hin und zog ihn vorsichtig aus dem Wasser. Das Holz war dunkel und aufgequollen, doch ein schmaler Metallbeschlag hielt den Deckel geschlossen.
Roman legte den Kasten ins Gras. Die gefundene Scheibe wurde in seiner Tasche plötzlich warm. Er zog sie heraus. Das Zeichen aus den drei Linien war nun deutlicher zu sehen. Am Beschlag des Kastens befand sich dieselbe Markierung.
„Das kann kein Zufall sein“, sagte er leise.
Er versuchte, den Deckel anzuheben. Nichts bewegte sich. Ein Schloss war nicht zu erkennen, nur eine runde Vertiefung im Metall. Roman legte die Scheibe hinein. Sie passte genau.
Ein leises Klicken war zu hören.
Im Kasten lag kein Schatz. Darin befanden sich ein in Leinen gewickeltes Heft, ein kleiner Schlüssel und ein Stück einer Karte. Das Papier war erstaunlich trocken. Auf der Karte verlief eine dunkle Linie von Borg in Richtung Oberleuken und weiter entlang des Leukbachs. Kurz vor Saarburg endete sie an einem gezeichneten Kreis.
Das Heft war in einer alten, engen Handschrift beschrieben. Viele Wörter konnte Roman nicht entziffern. Auf der ersten Seite stand jedoch klar ein Datum: 17. Oktober 1893. Darunter las er einen Satz, der später offenbar mit kräftigerer Tinte ergänzt worden war:
Der Bach trägt die Nachricht, aber nur der dritte Weg führt zu ihrem Ursprung.
Roman sah wieder auf die Metallscheibe. Drei Wege. Borg. Saarburg. Und der Weg unter dem Wasser.
Er fotografierte die Seiten mit seinem Telefon, wickelte das Heft wieder ein und nahm den Kasten mit. Für einen Moment überlegte er, direkt zur Villa Borg zu fahren. Vielleicht würde dort jemand die Zeichen einordnen können. Doch dann bemerkte er auf der Rückseite der Karte eine weitere Notiz: „Mühle – vor dem ersten Glockenschlag.“
Welche Mühle gemeint war, stand nicht dabei. Entlang der Leuk hatte es mehrere gegeben. Aber der gezeichnete Kreis lag eindeutig bei Saarburg.
Roman entschied sich. Zuerst wollte er in Oberleuken jemanden finden, der die Handschrift lesen konnte. Danach würde er dem Bach folgen.
Als er den Kasten anhob, fiel etwas aus dem nassen Holzrahmen: ein dünner Papierstreifen, kaum breiter als ein Finger. Darauf stand nur ein Name.
Alain.
Roman kannte einen Alain. Fast jeder in Borg kannte ihn. Aber der Mann, an den Roman dachte, war 1893 noch nicht geboren gewesen.
Er ging schneller. Der Nebel begann sich aufzulösen, und die ersten Sonnenstrahlen erreichten den Bach. Plötzlich klingelte sein Telefon. Auf dem Display erschien keine Nummer.
Roman nahm ab.
Zuerst hörte er nur Wasserrauschen. Dann sagte eine verzerrte Stimme: „Bringen Sie den Schlüssel nicht nach Borg.“
Die Verbindung brach ab.
Roman blieb stehen. Der kleine Schlüssel lag noch im Kasten. Auf seinem Bart war eine Zahl eingraviert: 18.
Hinter ihm knackte ein Zweig.
Sachlicher Hintergrund
Der Leukbach ist ein realer Bach der Region. Er verläuft vom Saargau über Orte und Landschaften zwischen der Gemeinde Perl und Saarburg und mündet dort in die Saar. In Saarburg prägt die umgeleitete Leuk mit Wasserfall und früherer Mühlennutzung das Stadtbild. Die Römische Villa Borg, Oberleuken und Saarburg sind reale Schauplätze. Der Holzkasten, die Scheibe, das Heft, der Anruf und sämtliche Figurenhandlungen dieser Folge sind erfunden.
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Prolog und Übersicht der Romanserie
Ausgangsartikel: Der Leukbach – vom Quellgebiet bei Borg bis zur Saarburg
Fortsetzung folgt: Wer stand hinter Roman am Bach – und welche Tür öffnet der Schlüssel mit der Zahl 18?
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